Die Organisation ASPLANDE – Assessoria & Planejamento para o Desenvolvimento, zu deutsch: Beratung und Planung für Entwicklung – wurde 1992 gegründet und richtet sich an Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen, insbesondere an Frauen, die die alleinige Verantwortung für die Familie tragen. Unser Ziel besteht in der Unterstützung dieser Gruppen bei der Planung, Einführung und dem Monitoring von Kollektiven oder Kooperativen, die eine integrale und harmonische Entwicklung anstreben. ASPLANDE ist Partner von ABONG (Brasilianische Vereinigung von Nichtregierungsorganisationen) und bildet Teil des Netzwerkes Rede ASHOKA.
Im Laufe der Zeit des Wirkens von ASPLANDE haben wir unsere Arbeit insbesondere darauf konzentriert, Frauen, die den Haushalt von Familien mit niedrigem Einkommen führen, den Einstieg in Arbeitsverhältnisse zu ermöglichen. Hierfür bieten wir Beratung in der Gründung ihrer eigenen, kollektiv geführten Unternehmen an.
In diesem Zusammenhang erachten wir das Knüpfen von sozialen Netzwerken als Weg, um die ganzheitliche Organisation von Kollektiven zu ermöglichen. Für uns von ASPLANDE sind soziale Netzwerke demokratische Räume, die Personen oder Gruppen im Hinblick auf gemeinsame Werte und Ziele miteinander verbinden. Die wichtigste Eigenschaft in der Organisation besteht in der Nicht-Existenz eines Machtzentrums bzw. von hierarchischen Beziehungen. Jedes “wir” des Netzwerkes repräsentiert ein Zentrum mit Potential, Macht und Entscheidungsfähigkeit. Informationen werden von verschiedenen Punkten ausgegeben und auf transparente und dynamische Weise weitergeleitet.
Die Quintessenz und Schönheit der Organisierung in Netzwerken liegt in der Möglichkeit, Räume zu schaffen, in der verschlossene Talente sich kreativ entfalten können. Dies fördert die Chancen, die eigenen Ziele zu erreichen.
Netzwerk von Frauen in Kooperativen der Groβstadtregion von Rio de Janeiro
Mit dem Ziel, ihre Arbeit in der Fortbildung und Beratung zu optimieren, bildete ASPLANDE 1997 das Rede Cooperativa de Mulheres Empreendoras de Região Metropolitana do Rio de Janeiro (deutsch: Netzwerk von Frauen in Kooperativen der Groβstadtregion von Rio de Janeiro). Dieses Netzwerk strebt an, Kooperativen zu stärken, die hauptsächlich von Frauen betrieben werden.
Das Netzwerk von Frauen in Kooperativen richtet sich an Kollektive verschiedenster wirtschaftlicher Aktivitäten, so zum Beispiel Kunsthandwerk, Näherei, Recycling, Kollektivküchen oder Dienstleistungen. Ein Groβteil dieser Gruppen arbeitet ohne jegliche Unterstützung. Daher finden sie in dem Netzwerk einen Raum, wo sie sich mit anderen Gruppen austauschen und zusammenschlieβen können; sie bekommen den Zugang zu Informationen und Weiterbildung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Möglichkeit, ihre Vermarktung gemeinschaftlich zu organisieren.
Derzeit umfasst das Netzwerk 20 Kollektive im Produktions- und Dienstleistungssektor – Kunsthandwerk, Näherei, Kollektivküchen oder Dienste im Allgemeinen; diese werden meistens von drei bis fünf MitgliederInnen betrieben werden. Das Netzwerk hält monatliche Versammlungen ab, die jeden letzten Donnerstag im Monat im Sitz von ASPLANDE stattfinden.
Wir schließen uns einem neuem Modell der Organisation von Arbeitsbeziehungen an - der Solidarischen Ökonomie, die durch die Organisierung von Kooperativen ihren Antrieb erfährt. Diese Einstellung zieht unmittelbare Konsequenzen nach sich, darunter eine Umgestaltung der Handhabung, Tätigkeiten zu verteilen, sie personell zu organisieren und auf partizipative, demokratische und transparente Weise zu verwalten. Doch Solidarische Ökonomie bedeutet auch Veränderungen auf anderen Ebenen, die sich eher langsam und weniger sichtbar verwirklichen und daher nur schwer auf einer quantitativen Messlatte nachweisbar sind.
Diese Veränderungen beziehen sich auf einen Einschnitt in den Wertvorstellungen, die durch neue Arten von Beziehungen widergespiegelt werden; nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im familiären, sozialen und politischen Bereich. Auf rationaler und intellektueller Ebene sind diese neuen Konzepte bereits studiert worden, das tatsächliche Einhaften verläuft jedoch wesentlich langsamer. Denn ein Lernprozess ist nur dann bedeutend, wenn er Veränderungen in der Einstellung nach sich zieht: Er darf nicht nur intellektuell, sondern muss auch organisch sein, um den Körper als Ganzes einzubeziehen.
Seit seiner Gründung zeichnet sich das Rede als Raum aus, welcher eine kontinuierliche Fortbildung fördert und Themen erörtert, wie zum Beispiel:
Die Wichtigkeit, einen Prozess in der Leitung der Kollektive zu anzuregen, der auf eine demokratische Partizipation abzielt; die Überwindung von Konflikten in den interpersonellen Beziehung innerhalb und auβerhalb des Arbeitsfelds, wobei stets die menschliche Verschiedenheit in all ihren Aspekten berücksichtigt wird; die Wichtigkeit, sich in sozialen Bewegungen zu engagieren, welche auf konstruktive Weise Themen wie Umwelt, fairer Handel, kritischen Konsum, Geschlechterbeziehungen und Menschenrechte diskutieren. Jedes Jahr wählt das Rede ein Schwerpunktthema aus, um dieses auf theoretische wie praktische Weise zu vertiefen.